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Utopidorium 2

Trolle und Utopie

· Utopion,Trollland,Korridorium

In einer Höhle, die sich in Griechenland im Berg Olymp verbirgt, schlafen Wesen und warten die Herrschaft der Menschen ab, „die an der Oberfläche der Erde Unordnung machen und Unfrieden stiften“. So steht es im Korridorium (in Kapitel 14). Unter den genannten Wesen: Trolle! (Und ebenso auch Dschinns, also quasi Flaschengeister. Aber um die soll es hier nicht gehen.)

Ich habe mal nachgesehen, ob Cory schon im Erstling über Trolle geschrieben hat, und siehe da, sie kommen gleich mehrfach vor. In Kapitel/Blog-Post 126 sitzt ein Troll in einem Wärterhäuschen – wie sich herausstellt: als Kontrolleur. Cory dazu: „Das habe ich mir nicht ausgedacht. Zumindest nicht bewusst.“ Nun, wer’s glaubt …

Dann finde ich noch, in einem der Bonus-Korridore, die wir unbedingt noch der Gesamtausgabe hinzufügen wollten, eine „Horde Trolle“ erwähnt, aber es handelt sich nur um einen Versprecher.

Die Trolle von Trollland wurden, stelle ich fest, im Korridorium nicht vorweggenommen. (Ich hätte Cory so was durchaus zugetraut.) Aber wie steht es mit einer Welt ohne Geld und Krieg? Gibt es eine Utopie im Erstling? Zumindest eine Andeutung?

Meine Suche bringt zwar nicht die Begriffe „Utopie“ oder „utopisch“, aber immerhin das Schlaraffenland ans Licht,

„eine fantastische Welt. Ich habe es immer nur für ein Märchen gehalten: das Land, in dem einem gebratene Tauben ins Maul fliegen und auf ein »Bst bst!« hin die Fische in die Hand springen. Doch es existiert wirklich! Um jedes Haus ein Zaun von Bratwürsten geflochten, fürs Schlafen kriegt man pro Stunde eine Gulden, und für ein Gähnen wird noch ein Doppeltaler draufgelegt.“

Klingt verlockend. Leider nimmt Korridor Nr. 162 dann doch eine eher zynische Wendung.

Trotzdem: Im Interview, das ich mit Cory d’Or am Tag des letzten Blog-Eintrags geführt habe, spricht Cory vom Korridorium als einer „Suche nach einem möglichst weiten und klaren Bewusstsein, das uns den Übergang in eine für das Gesamtsystem nachhaltige Zukunft erlaubt – und die Suche nach einem Mythos dafür“. Mythos hier gleich Geschichte mit Vorbildfunktion.

Und in gewisser Weise kann man Trollland als genau das sehen, mit dem Parruban-Prinzip als Garant für Zukunftsfähigkeit.

Daher sehe ich Parallelen zwischen Corys Erst- und Zweitlingswerk durchaus als gegeben – nur sind sie nicht ganz so offensichtlich (wie so oft bei Cory: Anregung zum Selberdenken), sondern bewegen sich mehr auf der Ideenebene.

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